Reisebranche steht vor dem Kollaps – Lösungen müssen jetzt her

Reisebranche steht vor dem Kollaps – Lösungen müssen jetzt her

Umgehende Einführung einer verpflichtenden Gutscheinlösung

Gutscheinlösung auch für Einzelreiseleistungen

(hoga.news) Auf ihrer gestrigen Kabinettssitzung wollte die Bundesregierung die avisierte Gutscheinlösung für Pauschal- und Flugreisen verabschieden. Wegen fehlender Zustimmung aus Brüssel wurde dieses Thema wieder von der Agenda gestrichen. Ob man auf Zustimmung in den nächsten Wochen hoffen kann, bleibt abzuwarten. Die Corona-Krise trifft die Reisebranche besonders hart. Geplante Reisen und Übernachtungen werden storniert, Neubuchungen bleiben angesichts der anhaltenden Unsicherheit, ob und wann die behördlichen Auflagen gelockert werden können, aus.

Die Verbraucherinnen und Verbraucher verlangen ihr bereits bezahltes Geld zurück. Der Mittelabfluss bringt die Unternehmen in der Reisebranche unverschuldet und unvorhersehbar in akute Liquiditätsschwierigkeiten, die selbst gesunde Unternehmen bedrohen. Die Tourismusbranche kann nicht länger warten. Es braucht eine Sofortlösung für die akuten Probleme.

1. Wir fordern die Bundesregierung auf, es anderen EU-Mitgliedsstaaten wie Frankreich oder die Niederlande gleichzutun und umgehend eine verpflichtende Gutscheinlösung einzuführen. Wir begrüßen das Anliegen, eine gesamteuropäische Lösung zu finden, aber wenn diese für einen Großteil der Tourismusunternehmen zu spät kommt, ist niemandem geholfen.

2. Einzelreiseleistungen müssen in die Gutscheinlösung integriert werden: Pauschalreisen und Flugtickets decken nur einen Teil des touristischen Markts ab, der durch die Rückzahlungsforderungen massiv bedroht ist. Der Individualtourismus – Ferienwohnungen, Busreisen, Campingwirtschaft und andere touristischen Anbieter – stehen vor einer vergleichbaren Problematik. Diese Ungleichbehandlung ist aus unserer Sicht unverständlich. Zumal für Veranstalter von Kultur-, Sport- und Freizeitveranstaltungen bereits eine großzügige Lösung gefunden wurde.

3. Gutscheine lösen nicht alle Probleme. Insbesondere im B2B-Bereich können Gutscheine keine Lösung sein, sofern man nicht eine virtuelle Tourismuswährung etablieren möchte. Diese Situation ist bisher in keiner Weise adressiert, muss aber dringend geregelt werden.

4. Ein Ansatz, der letztendlich für alle Beteiligten – Verbraucher, Vermittler, Veranstalter, Airlines eine gute Lösung darstellte ist ein Fonds, in den die Tourismusunternehmen die Rückzahlungen an ihre Kunden auslagern und gleichzeitig die Forderungen gegenüber den Leistungsträgern abtreten. Die Leistungsträger oder Reisevermittler könnten ebenfalls ihre Rückzahlungsverpflichtungen auslagern. Die Bundesregierung übernimmt als Schuldner, den Unternehmen wird ein angemessen langes
Zahlungsziel und Zahlungskonditionen eingeräumt, die ausgelagerte Summe zurückzuzahlen.

Wissenswertes über den VIR

Der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) repräsentiert die digitale Touristik, die laut FUR-Zahlen von 2018 rund 65 Prozent der Urlaubsreisen ab einer Übernachtung mit vorabgebuchten Leistungen ausmacht. Zu den VIR-Mitgliedern gehören mehr als 90 Unternehmen, die in der digitalen Touristik tätig sind. Sie unterteilen sich in die vier Cluster OTA, Supplier & Tour Operator, Service & Travel Technology sowie Start-up. Der VIR fungiert als Ansprechpartner für Verbraucher, Medien, Politik und die Branche selbst bei sämtlichen Themen rund um die digitale Touristik.
Über den Deutschen Ferienhausverband e. V.

Der Deutsche Ferienhausverband mit Sitz in Berlin wurde im Dezember 2013 gegründet und ist Deutschlands größter Branchenverband im Ferienhaussegment. Ziel des Verbands ist es, die Interessen der Ferienimmobilienbranche gegenüber Wirtschaft und Politik zu vertreten
und Urlaubern durch die Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards Hilfestellung bei der Online-Buchung von Feriendomizilen an die Hand zu geben. Mehr als fünf Millionen Feriendomizile weltweit werden über die Mitgliedsunternehmen offeriert. Weitere Informationen unter www.deutscher-ferienhausverband.de

Über den BVCD e.V.

Der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD e.V.) wurde am 10. November 2000 als Dachverband und Interessenvertretung der Camping- und Wohnmobilstellplatzunternehmer zur Förderung des Campingtourismus in Deutschland gegründet. Sitz des Verbandes und der Geschäftsstelle ist Berlin. Der Bundesverband ist analog des föderalen Systems der Bundesrepublik Deutschland ausgerichtet. Mitglieder des
BVCD e.V. sind elf Campingverbände der Bundesländer sowie Stellplatzgemeinschaften. Insgesamt vertritt der Bundesverband mehr als 1.200 Campingplätze in Deutschland.

Über den asr

Die Allianz selbständiger Reiseunternehmen vertritt als strikt unabhängiger Bundesverband die Interessen von mittelständischen Reisebüros und Reiseveranstaltern. Ziel des Verbands ist, eine möglichst große Vielfalt von Reisemittlern und Reiseveranstaltern auf dem Markt zu erhalten. Die Bandbreite von Umsätzen und Beschäftigungszahlen der inhabergeprägten,
von großen Reisekonzernen unabhängigen Mitgliedsunternehmen variiert. Neben den jährlichen Mitgliederversammlungen veranstaltet der asr Tagungen und Seminare zu aktuellen Themen und arbeitet an branchenrelevanten Projekten. Unterstützt wird der asr Bundesverband e.V. von außerordentlichen und fördernden Mitgliedern aus der
Tourismusbranche.

Über den BDO

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) ist der Spitzenverband der deutschen Busbranche und vertritt die Interessen der privaten und mittelständischen Unternehmen aus dem Bereich Personennahverkehr, Bustouristik und Fernlinienverkehr
gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Quelle: Pressemitteilung asr Allianz selbständiger Reiseunternehmen vom 09.04.2020
Bildquelle: pixabay.com

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